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Agile Development und Risk Management in Las Vegas

NEWS | 23. August 2018

Agilität und Risikomanagement. Klingt unvereinbar? Nur für jene, die es noch nicht ausprobiert haben. Damir Kabaklic und Enzo Forabosco konnten sich im Rahmen der „Agile Dev West“ Konferenz im Juni vom Gegenteil überzeugen. Sie gaben uns nach ihrer Rückkehr einen Einblick in ihre Dienstreise der etwas anderen Art:

High Performing Agile Teams, Three Amigos Principle und viele andere Vorgehensweisen sind die Zutaten zum agilen Glück. Wenn wir schon von Glück und Risikomangement sprechen - treffend zu diesen Schlagworten fand die Konferenz natürlich am passendsten Ort statt: Las Vegas - direkt im legendären Caesars Palace.

Obwohl sie direkt gegenüber vom Caesars Hotel übernachtet haben und sie nur eine Straße von der Agile-Konferenz trennte, haben sie aufgrund der riesigen Dimensionen rund 20 Minuten hinüber benötigt. Man muss dort gewesen sein, um das Flair und die Dimensionen zu spüren. Worte können das nicht wiedergeben. Die Konferenz selbst hat auch absolut zu Las Vegas gepasst. Viel Hands-On Mentalität, wenig Theorie und etliche Fallbeispiele. Das Programm war vollgepackt mit verschiedensten Themen für das agile Umfeld im Risikomanagement. Von Bewertungsmethoden des Backlogs bis hin zum vollautomatisierten Arbeitsumfeld war alles dabei.

 
 

Die zentralen Themen der Konferenz haben wir für euch zusammengefasst:

Go Cloud!

Aufgrund der ständig wachsenden, regulatorischen Anforderungen ist es notwendig eine dynamische Hardwarelandschaft bereitzustellen und dem Entwickler volle Admin Rechte zu geben. Änderungen können so schnell ausgerollt und getestet werden ohne produktive Umgebungen zu gefährden. All dies wird durch dynamische Cloud Lösungen (Amazon, Microsoft, Google, …) ermöglicht. Falls doch mal ein „Hoppala“ passiert (zB. jemand löscht wichtige Betriebssystem Dateien), ist das halb so wild. Mit einem Click steht die Maschine wieder. Voll agil.

 

Business Value im Risikomangement

Wenn man an Business Value denkt, dann geht man meistens von möglichen Umsätzen, Kundenzufriedenheit oder verkauften Produkten aus. Das Risikomanagement einer Bank liefert einen oft vergessenen Business Value: Die Einsparung von potentiellen Strafzahlungen und die Minimierung von Kreditausfällen. Daher ist es auch wichtig bei der Flut an regulatorischen Anforderungen eine klare Priorisierung zu treffen.

Anforderungen, die hohe Strafzahlungen oder Verluste verursachen, haben die höchste Priorität. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf kann man Themen im Backlog besser priorisieren.

 

Vollautomatisierte, „selbst-heilende“ Systeme

Maschine Learning war auch ein großes Thema der Konferenz und es wurde gezeigt wie man diese Technologie für eine funktionierende IT-Landschaft einsetzen kann. Eine künstliche Intelligenz „liest“ regelmäßig die Log Files durch und sucht nach Warnungen oder Fehlermeldungen. Aufgrund von erlernten Textpassagen werden automatisch Lösungsprozesse von der KI eingeleitet, ohne dass ein Mensch etwas tun muss.

Die Lösungen werden so schnell implementiert, dass der Nutzer meist gar nichts merkt. Beispielsweise könnte in einem Log folgende Warnung vorhanden sein: „Virtueller Speicher zu 95% voll“. Die KI erhöht daraufhin den Speicher selbst. Wichtig ist bei dem Thema auch die Kommunikation zwischen den verschiedensten Systemen in einer Bank. „Everything needs to communicate through an API“ – fasst es eigentlich sehr schön zusammen.

 

Partnerschaften zwischen IT und dem Fachbereich

Die Basis für ein funktionierendes agiles Umfeld ist eine exzellente Partnerschaft zwischen IT und den Anwendern. Im Fall des Risikomanagement ist das der Fachbereich. Nach dem „Three Amigos“ Prinzip sollen Themen von drei Leuten behandelt werden: Einem Entwickler, einem Analysten und einem Tester.

Entwicklung und Analyse erfolgt beispielsweise im IT Team und der Test beim Fachbereich. Aufgrund der kleinen Gruppierung können Fragen schnell geklärt werden und man kommt so zur optimalen Lösung. Zudem hat diese Gruppe auch einen Vorzeigeeffekt, der sich auf andere Teams positiv überträgt. Vertrauen, Ehrlichkeit und offene Kommunikation sind hier das Erfolgsgeheimnis.

 

Hey Siri, wie hoch ist mein Risiko?

Neue Features, regulatorische Anforderungen, erweiterte Berechnungsmethoden – alles muss eingebaut werden! Ist das wirklich so? Eigentlich nicht.  Das Minimum Viable Product (MVPs) je Anforderung reicht bereits aus, um dem Regulator zu entsprechen. In der Konferenz ist man sogar einen Schritt weiter gegangen: Unter der Annahme, dass man nur Amazon Echo oder einen anderen Sprachassistent zur Verfügung hat, soll man seine Problemstellung definieren.

Statt in MVPs zu denken, werden Fragestellungen für den Sprachassistent formuliert. „Wie hoch ist der Credit Value at Risk für September 2025?“. Aufgrund der klaren Fragestellung und der zu erwarteten Antwort, werden Anforderungen besser formuliert und notwendige Programmabläufe vorab erkannt.  

 

Dokumentation – Weniger ist mehr

Business Requirements Dokumente sollten maximal eine Seite lang sein. Der Grund liegt auf der Hand: Damit wird erzwungen sich kurz zu halten und nur die wichtigsten Inhalte niederzuschreiben.  Außerdem wird gewährleistet, dass sich jemand das Dokument bei späteren Fragen durchliest. Programmabläufe  sollten als Diagramme dargestellt werden. Bilder sagen mehr als tausend Worte.

 

Damir und Enzo konnten viel mitnehmen und möchten das Erlernte auch direkt einsetzen. Sie sind sehr dankbar darüber, diese Dienstreise und Erfahrung gemacht zu haben :)

 

Nähere Infos zur Konferenz findet ihr hier: https://agiledevopswest.techwell.com/?redirected=adcwest.techwell.com